|
Heutige digitale Systeme nehmen sehr schnell einen Umfang an,
dessen Komplexität kaum mehr zu durchschauen ist. Deshalb benötigt der
Systemdesigner besondere Hilfsmittel, die es ihm ermöglichen, sowohl den
Überblick über das Gesamtsystem zu behalten als auch Details genau
bearbeiten zu können.
Eine große Hilfe ist hier die Hardwarebeschreibungssprache VHDL.
VHDL steht als Abkürzung für "VHSIC Description Language",
wobei VHSIC "Very High Speed Integrated Circuit" bedeutet.
Sie ermöglicht es, zunächst das Verhalten eines Systems auf abstrakter Ebene zu
beschreiben und dann Einzelbereiche Stück für Stück zu verfeinern, bis sich
die Beschreibung tatsächlich als Hardware realisieren lässt.
Bei der Arbeit mit VHDL stehen am IND folgende Werkzeuge zur Verfügung:
Graphische VHDL-Eingabe
Ein graphisches Eingabewerkzeug vereinfacht viele Schritte der VHDL-Eingabe und Fehlersuche durch:
- Gliederung des Entwurfs in Einzelblöcke
- Graphische Eingabe von Zustandsautomaten
- Ablaufdiagramme
- Tabularische Logikdefinitionen
Am IND wird als Eingabewerkzeug "Renoir" von Mentor Graphics verwendet.
Es wird eingesetzt
- zur Durchführung von Studien- und Diplomarbeiten und
- im Fachpraktikum "Datenverarbeitung".
VHDL-Simulator
Ein entworfenes System muss in jeder Designphase getestet werden,
um Fehler lokalisieren und korrigieren zu können. Ein Simulator muss deshalb
das entworfene System vielfältig darstellen können:
- Strukturbaumdarstellung
- Wellenformen
- Wertelisten
- Variableninhalte
- Aktuelle Position innerhalb des Quellcodes
- Interaktion mit dem Eingabewerkzeug
Am IND wird als VHDL-Simulator "Modelsim" von Mentor Graphics verwendet.
Es wird eingesetzt
- zur Durchführung von Studien- und Diplomarbeiten,
- im Fachraktikum "Datenverarbeitung" und
- im Übungsbetrieb zur Vorlesung Entwurf Digitaler Systeme.
VHDL-Synthese
Ein VHDL-Systhesewerkzeug generiert aus der VHDL-Beschreibung ein Datenformat,
das die Abbildung der Logik auf die entsprechende Zieltechnologie ermöglicht.
Außerdem müssen die zeitlichen Randbedingungen berücksichtigt und deren
Einhaltung geprüft werden. Falls dies nicht möglich ist, benötigt der
Entwickler Hilfsmittel, um zeitkritische Datenpfade zu optimieren.
Ein Synthesetool verfügt deshalb über:
- Logikoptimierung
- Graphische Darstellungen von
- Eingelesenem VHDL-Code
- Abbildung auf Zieltechnolgie
- (Zeit-)Kritischen Datenpfaden
- Analyse des Synthesergebnisses
Am IND wird als Synthesewerkzeug "Leonardo" von Mentor Graphics verwendet.
Es wird eingesetzt
- zur Durchführung von Studien- und Diplomarbeitenund
- im Fachraktikum "Datenverarbeitung".
|